Die Ängste, von den Betroffenen

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Die Diagnose AIDS stellt für viele nicht nur ein gesundheitliches Risiko dar, sondern auch ein existentielles. Und zwar, was ihre psychische Stabilität angeht. Viele Betroffene berichten, sich plötzlich als minderwertig zu empfinden. Sie fragen sich, warum ihre Partner noch bei ihnen bleiben, wenn doch alles hoffnungslos ist. Nicht selten überkommt sie eine Depression. In anonymen Foren kann man viele Aussagen lesen, die sich mit denen, die wir hier veröffentlichen, decken:

„Ich hatte mir mit meinem Mann so viel aufgebaut. Plötzlich brach alles zusammen. Ich sah ihn schon das Haus verkaufen, das wir gemeinsam entworfen hatten. Der Gedanke, dass er mich bald verlassen würde, geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Dabei sagt er mir ständig, wie sehr er mich liebt und dass er mich nicht im Stich lassen, unsere Ehe nicht aufgeben wird. Was kann ich nur tun, um diese schrecklichen Gedanken abzustellen, die Gedanken, die immer wieder davon handeln, dass er mich verlassen wird (..) ?!“

„Ich habe große Angst, denn ich habe vor ein paar Wochen erfahren, dass ich AIDS habe. Ich muss mich bei einem One Night Stand angesteckt haben, der einige Zeit zurück liegt. Erklären kann ich mir bis heute noch nicht, warum ich eingewilligt habe, auch ohne Kondom mit ihm zu schlafen. Ich kannte ihn doch gar nicht! Jetzt ist mein Leben eine einzige Katastrophe und nur, weil ich einmal nicht meine Triebe unter Kontrolle hatte. Ist das fair?? Mein Vater würde jetzt wieder sagen ‚Tja, du bist noch immer ein dummes Kind. Aber jetzt musst du lernen, Verantwortung für deine Dummheit zu tragen.‘ Ich will es ihm nicht sagen. Niemandem. Doch kann ich das überhaupt alleine durchstehen?“

„Früher waren diese „Menschen mit AIDS“ immer so weit weg. Jetzt ist es meine beste Freundin. Ich fühle mich total überfordert, könnt ihr mir helfen? Ich möchte nichts Falsches sagen, ihr helfen, weiß aber nicht, wie.“

„Ich fühle mich so klein. So unendlich klein. Und so einsam. (..)“

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