Aufklärung noch immer gefragt!

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Neulich habe ich eine Facharbeit korrigiert, in der nur ganz am Rande der Begriff AIDS fiel. Ich musste schlucken, als ich las, was dort stand. Die Autorin behauptete doch tatsächlich, dass das AIDS – Virus übertragen würde! Seit wann gibt es denn ein AIDS – Virus? Ich denke, in der 13. Jahrgangsstufe sollte man doch mittlerweile wissen, dass es sich bei AIDS um eine Immunschwächekrankheit handelt und diese durch das HI-Virus übertragen wird, finden Sie nicht auch? Ich war wirklich geschockt: Wenn schon eine Abiturientin offenbar nicht ausreichend über die Krankheit aufgeklärt ist, wie steht es denn dann erst um die Schülerinnen und Schüler anderer Schularten??

Aufgrund dieser schockierenden Erfahrung wurde mir wieder einmal bewusst, dass es noch lange nicht genug ist mit der Aufklärung über AIDS. Es muss eine neue Offensive gestartet werden, in der Schule sollte man wieder Projekte zum Thema veranstalten, bei denen die Schüler beispielsweise eine Faltwand zur Thematik für alle Schüler gestalten, an der sie sich über HIV informieren können. Auch sollte man Schülerinnen und Schülern aus (vor allem) islamischen Kulturen die Teilnahme am Sexualkundeunterricht ermöglichen (manche Eltern verbieten ihren Kindern daran teilzunehmen), denn schließlich ist diese Unwissenheit über das Thema die erste Voraussetzung für eine Infektion mit dem Virus.

Natürlich sollten Lehrer auch weiterhin wichtige Materialien für ihren Sexualkundeunterricht verwenden, zum Beispiel das Informationsmaterial der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Ich denke aber auch, dass die Öfentlichkeit wieder mehr über AIDS sprechen sollte und zwar auch über AIDS in Deutschland, nicht nur in den Entwicklungsländern. Es muss wieder Möglichkeiten und Räume geben, in denen sich die Jugendlichen sicher fühlen, sodass sie auch ihre Fragen stellen können.

Nicht jeder Jugendliche hat in seinem Zuhause einen Ansprechpartner, dem er so sehr vertraut, dass er ihm Fragen zur eigenen Sexualität stellen möchte! Wir können also nicht annehmen, dass sich die Jugendlichen quasi „von selbst aufklären“ – was dabei herauskommen kann, hat mein Beispiel hoffentlich eindrücklich bewiesen!

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